Blog

Der Start

Am Dienstag ist es endlich soweit. Ein Jahr lang haben wir unsere Idee einer Wissenschaftsplattform für Kinder und Jugendliche entwickelt und nächste Woche starten wir in die Pilotphase.

Mit diesem Blog wollen wir unsere Entwicklung dokumentieren, für uns selbst, denn Schreiben ist für uns eine Möglichkeit unseren Weg mit all den Schwierigkeiten, Erfolgen, Rückschlägen und Nebenwegen zu reflektieren. Und wir wollen unsere Erfahrungen mit allen teilen, die auch darüber nachdenken ein Projekt zu starten oder schon mitten drin sind. Es wäre toll, auf diesem Weg auch von euch zu erfahren und sich auszutauschen. (1, siehe Fussnote unten)

In unserem Blog wollen wir uns auch kritisch mit den Werkzeugen auseinandersetzen, die heute einem Projekt/Startup an die Hand gegeben werden, um ihr “Ding” zu entwickeln. “Lean Startup” von Eric Ries oder Steve Blanks “The Startup Owner’s Manual” – obwohl in der 1. Ausgaben erst vor wenigen Jahren erschienen – sind inzwischen Klassiker, die jede/r GründerIn auswendig runterbeten kann. “Leap, Test, Measure, Pivot or Persevere” ist zum Mantra einer ganzen Generation von Gründern geworden. 

Auch wir haben das Buch verschlungen als wir 2015 mit unserem ersten Wunderding-Projekt an den Start gingen. Doch warum hat das Buch eines Software-Entwicklers, der aus den Fehlern seiner eigenen Gründungen ein Konzept entwickelt, so einen bahnbrechenden Erfolg?

Nun, ein Reiz, dem sich sicherlich Gründer nur schwer entziehen können, ist der Gedanke mit “Lean Startup” eine Art Anleitung in den Händen zu halten, die – wenn man sich daran hält – zum Ziel führt. Wenn man aufbricht zu einer Expedition in für einen selbst völlig unbekanntes Terrain, dann ist eine einfache Karte, sei sie auch noch so lückenhaft, eine höchst willkommene Hilfe, wenn man jeden Tag entscheiden muss, in welcher Himmelsrichtung man weiterlaufen sollte.

Im Programm “Rocking Science Journalism” des Medialabs Bayern – unterstützt von der Robert-Bosch-Stiftung – haben wir ein Jahr lang mithilfe eines an “Lean Startup” und am “Customer Development” angelehnten Prozesses, die Idee zu „WUNDERDING – die Plattform für junge Forscher“ entwickelt. Ohne die Struktur dieses Inkubators würde es Wunderding in der nun vorliegenden Form nicht geben. An dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich für diese Hilfe bedanken! (2)

In unserem Blog wollen wir für uns nun kritisch mit der Frage auseinandersetzen, ob und wie uns diese Konzepte nun helfen, WUNDERDING an den Start zu bringen. Ein Jahr “Rocking Science” haben uns und unseren Mitgründern an einigen Stellen zweifeln lassen, ob ein Konzept, an erster Stelle erdacht um Software-Lösungen zu entwickeln, auch das richtige ist, um eine Idee im Journalismus, ein journalistisches Startup zu entwickeln. 

Wie und wo finden wir “Pain” und “Gain” bei unserer Zielgruppe? Gibt es so etwas überhaupt bei unserem Produkt? Ist es die richtige Fragestellung um journalistische Projekte zu entwickeln? Lässt sich eine idealistische, inhaltsgetriebene Grundmotivation für die eigene Idee mit der absoluten User-Zentrierung eines “Lean-Startup”-Konzepts verbinden? Und sind Wachstum und Skalierung die einzigen Massstäbe für den Erfolg und die Zukunft einer Idee?

Diese Fragen umreißen, was wir gerne mit euch zusammen diskutieren würden und unsere Hoffnung ist, dass wir im Austausch voneinander lernen und wir gemeinsam einen Teil unseres Weges gehen.

Bis bald,

Sarah und Alexander

(1) Neben dem “Rocking Science Programm” hat es in den letzten zwei Jahren für uns zwei sehr inspirierende Ansätze gegeben. Ende 2017 organisierte Ralf Grötker den  Workshop „Innovative Strategien im Journalismus“ und am Ende Stand der Wunsch aller Teilnehmer, diesen Austausch unbedingt fortzusetzen. Pauline Tillmann organisierte daraufhin sechs Skype-Schalten mit Impulsvorträgen von Gründerinnen und anschließender Diskussion. Und im Oktober 2018 trafen sich dann über dreißig Gründerinnen und  Journalistinnen, um über “Alternative Finanzierungsmodelle im Journalismus” zu sprechen. Im Sommer diesen Jahres wird es mit der Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung, eine Fortsetzung dieser Tagung geben. Die dort empfundene Aufbruchstimmung, der Austausch, das Diskutieren und gegenseitige Unterstützen sind aus unserer Sicht extrem wertvolle Erfahrungen, die kein noch so gutes Buch und Konzept ersetzen kann.

(2) Bedanken möchten wir uns vor allen Dingen bei Pia Lexa und Lina Timm vom Medialab und bei Patrick Klügel von der Robert Bosch Stiftung, sowie bei allen weiteren Beteiligten des „Rocking Science Journalism“-Programms.

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