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Der Scully-Effekt

Wir hatten in der einer der ersten Schulstunden mit den Schülern ein paar Filmausschnitte geschaut, um zu sehen wie Wissenschaftler dort porträtiert wurden und inwiefern sich das mit den Vorstellungen der Schüler deckte. Vollkommen realistisch empfanden die Schüler die Darstellung aus „Jurassic Park“, „Arrival“ und „Interstellar“ nicht, jedoch wurde es auch nicht als gänzlich „uninspirierend“ abgetan. 

Tatsächlich hatte ich erst neulich mal wieder vom sogenannten „Scully-Effekt“ gelesen, welche in Folge der beliebten Mystery/Krimi-Fernsehserie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ aufgetreten war. Die Serie war von 1993 – 2002 und nochmals in 2016 auf dem amerikanischen Sender FOX ausgestrahlt wurden. Demnach hatte eine Studie das Geena Davis Institute on Gender in Media in Zusammenarbeit mit 21st Century Fox und J. Walter Thompson Intelligence das (nicht unumstrittene) Phänomen festgestellt, dass Frauen nach der Ausstrahlung von „Akte X“ vor allem in englischsprachigen Ländern vermehrt Tätigkeiten im MINT-Bereich ergriffen hätten. Grund dafür sei das Rollenvorbild der weiblichen Hauptfigur Dana Scully, eine faktengetriebene, selbstbewusste und hochintelligente Wissenschaftlerin und FBI-Agentin. Zusammen mit ihrem Kollegen Mulder war Sie als Agentin stets der Wahrheit auf der Spur und stand im krassen Kontrast zu dem Bild des männlichen Wissenschaftlers im weißen Laborkittel, welches in den 1990ern in der Film- und Fernsehwelt dominierte. Inwiefern die Forscher aus „Gravity“ und „Big Bang Theory“ nun tatsächlich eine neue Generation dazu inspiriert Wissenschaftler zu werden, ist wohl noch abzusehen. Jedoch kann man wohl sagen, dass es schön wäre diesen „Scully-Effekt“ weiterhin zu finden – unabhängig davon ob das neue Scully-Vorbild nun aus einer neuen Serien stammt oder in einer*einem echten Wissenschaftler*in zu finden sei.